Warum habe ich eine Gaming Disorder?

Die Podcast-Episode

Du hast es ja bereits in meinem Beitrag “Was ist eine Gaming Disorder?” gelesen: Exzessives Spielen von Computerspielen ist nur ein Symptom für ein tieferliegendes Problem.

Die Psyche

Auf psychologischer Ebene ist die Sache ziemlich einfach zu erkennen: Du spielst, weil Dir in irgendeinem Deiner essenziell wichtigen Lebensbereiche (Familie, Freunde, Beziehung, Beruf, usw.) etwas fehlt.

Das kann z.B. der körperliche und emotionale Nähe zu einem Menschen oder aber Dein unterbezahlter Job sein. Aber auch Dinge, die Du aus Deiner Kindheit mitgebracht und nicht verarbeitet hast. Dinge, die Du schon lange vor Dir herschiebst können auch ein Grund sein.
Nur um es nochmal zu sagen: Wir sprechen hier von exzessivem Spielen, das für Dich zu einem Problem wird. Nicht von der gelegentlichen Runde, während Du Dein restliches Leben voll im Griff hast.

Eskapismus, also der Wille zum Entfliehen vor der Realität, gab es schon immer. Früher waren es Bücher, Musik, Comics und alle hatten sie mit den Vorurteilen ihrer Zeit zu kämpfen. Doch hier und heute sind es für Dich Computerspiele, nach denen Deine Psyche süchtig ist. Um Dich nicht mit den Problemen beschäftigen zu müssen, die Du wirklich beseitigen müsstest.

Warum das ausgerechnet Computerspiele sind? Das hat genau…

…fünf Gründe, warum Du spielst:

  1. Unmmittelbare Erfolge
    Im Leben dauert alles ewig. In Spielen bekommst Du alles sofort und sofort alles und jeder werden.
  1. Sinnstiftung
    Wo Dir das Leben sinnlos erscheint, da geben Dir Spiele wieder einen Sinn, etwas zu tun.
  1. Gradueller Fortschritt
    In der Realität gehts nicht immer Vorwärts. In Spielen im Grunde immer.
  1. Kontrollierte Herausforderung
    Im Leben gibt es Herausforderungen, die Du Dich nicht traust. In Spielen änderst Du einfach den Schwierigkeitsgrad.
  1. Soziale Zugehörigkeit
    Im Alltag gemobbt, nicht ernst genommen und ausgeschlossen? In Communities bist Du wer.

Der Körper

Dopamin heißt das Zauberwort. Der Stoff, nachdem Dein Hirn so süchtig wird. Alles, was Du tust und was Du erlebst, lässt Dein Hirn Dopamin ausstoßen. Das Glücks- oder Belohnungshormon. Dinge, die Spaß machen stoßen mehr aus als diejenigen, die keinen machen.

Computerspiele lassen Dein Hirn in einer Badewanne aus Dopamin schwimmen und stellen noch eine Wanne daneben, falls die erste dreckig wird. Klingt doch toll? Zunächst ja, doch dagegen stinken alle anderen Tätigkeiten des realen Lebens ab. Das reale Leben wird nach und nach trübe, langweilig und doof. Du wirst depressiv und antriebslos. Den exakt gleichen Wirkungsmechanismus haben Drogen aller Art.

Du siehst also, es ist in der Tat ein Zusammenspiel dieser beiden Bereiche, der Psyche und des Körpers, die dafür sorgen, dass Du Spiele nicht mehr bleiben lassen kannst.

Das hier war natürlich nur ein kurzer Einblick in das Thema. Ein erster Überblick sozusagen, bevor wir zu einem späteren Zeitpunkt etwas tiefer auf die Materie eingehen.