Es braucht nur einen einzigen Test…

…um herauszufinden, ob Du süchtig nach Computerspielen bist oder eben nicht. Der ist zudem noch ziemlich simpel. In meinem Beitrag “Habe ich eine Gaming Disorder?” haben wir uns ja bereits ausgiebig über die Symptome einer Gaming Disorder unterhalten. Ich habe Dir gezeigt woran Du ganz einfach feststellen kannst ob Du selbst oder eben Dein Kind oder Dein Partner süchtig nach Computerspielen ist.

Die Podcast-Episode

Der Schnelltest

Jetzt wissen wir jedoch beide, dass es schon sehr viel Selbstkenntnis und die Fähigkeit zur ehrlichen Selbstreflexion braucht, um die neun Symptome im Detail durchzugehen und dann auch noch eine treffende Einschätzung vorzunehmen.

Was also machen? Ich persönlich bin ja ein Fan von einfachen Dingen. Je einfacher etwas zu verstehen und anzuwenden ist, desto besser. Die Rede ist von einem einfachen “Schnelltest”. Deine Aufgabe an Dich selbst, um herauszufinden ob Du süchtig bist oder nicht, lautet:

Ab diesem Moment, in dem Du das hier liest: Kein Gaming für eine Woche.

Nein, nicht Morgen, nächsten Montag oder nächste Woche. Jetzt. Ohne Vorbereitungen. Einfach so. Was, das kannst Du nicht? Ist doch eine ganz einfache Sache oder nicht? Wenn Du nicht süchtig bist, dann dürfte es Dir ja nun jetzt nicht schwer fallen, Konsole oder PC einzumotten und eine Woche lang darauf zu verzichten. Und nein, Du darfst auch Deinen Gamerkumpels über Discord oder jedweden anderen mit Gaming in Verbindung stehenden Kanal darüber informieren. WhatsApp? Von mir aus. Doch die Verwendung von Games und deren Hardware in Verbindung mit Aktivitäten rund um das Thema Gaming ist ab sofort für eine Woche tabu.

Eine Woche kein Gaming bedeutet aber auch: Keine Gaming-Videos, Gaming-Kanäle auf YouTube, keine Livestreams auf Twitch, keine Gaming-News auf irgendwelchen Webseiten, keine Gaming-Podcsts und natürlich auch keine Games auf Deinem Handy; schlicht: Kein Gaming für eine Woche.

Und sonst so?

Stattdessen darfst Du natürlich jedwedes andere Interesse verfolgen. Egal ob das Sport, Lesen, Filme gucken, Dich mit Freunden treffen (auch hier gilt: Kein Gaming!) oder auch einfach nur zuhause auf der faulen Haut liegen. Einzig Gaming bleibt für eine Woche außen vor. Na? Jetzt schon das große Zittern?

Kann ich verstehen. Ging mir damals nicht viel anders. Die Idee auch nur einen Tag auf meine Spiele zu verzichten brachte mich um den Schlaf. Ich konnte in meinen Hoch-Zeiten nicht mal eine Stunde darauf verzichten. Heute habe ich meine Switch das letzte mal vor einem halben Jahr in die Hand genommen.

In der einen Woche tätest Du gut daran, eine Art Tagebuch zu führen und Dir vor allem die Dinge aufzuschreiben, die Du als besonders negativ aber auch als besonders positiv wahrnimmst. Wann war es besonders schlimm auf Games zu verzichten? Wann war es besonders leicht? Was waren Deine Alternativen? In welchen Situationen hattest Du ein besonders starkes Verlangen, zu spielen? Einfach ein Paar Stichpunkte am Ende des Tages, damit Du Dich eine Woche später nochmal damit befassen kannst. So findest Du heraus, wo genau die Probleme aber auch die Chancen für Dich liegen, wenn Du Gaming aus Deinem Leben verbannst.

Einfach mal machen

Der Trick ist also ziemlich einfach. Ich habe natürlich nicht gesagt, dass er leicht umzusetzen sein wird. Doch je nachdem wie Du Dich die eine Woche schlägst oder ob Du überhaupt antrittst, wirst Du selbst sehr schnell merken, ob Du süchtig bist oder nicht. Das braucht Dir dann hinterher niemand mehr sagen. Auch ich nicht.