Rage Quit – Tiefpunkt Gaming

Die Podcast-Episode

Der sogenannte Rage Quit ist der Tiefpunkt eines jeden Spielers und Menschen. Wenn Du auf jedweder die Ebene völlig eskalierst, dass sogar Tastaturen, Controller, Monitore und der eigene Körper dabei in Mitleidenschaft geraten, dann hast Du die Kontrolle über Dein Leben verloren. Doch…

Was ist ein Rage Quit?

Der Rage Quit ist die Kulmination des über viele Stunden unterdrückten “Flucht-/ Kampfreflexes”. Bei einem Rage Quit steigert sich das Unterdrücken dieses Reflexes bis zu einem Punkt, an dem sprichwörtlich die Bombe platzt. Der Spieler rastet verbal und taktil vollständig aus, um den aufgebauten Stress “schlagartig” abzubauen.

Die Folge: Zerstörtes Interieur und ein ziemlich fieses Gefühl der Scham und Betroffenheit. Fühlt sich nicht gut an, so die Kontrolle zu verlieren. Sieht auch bescheuert aus und lässt Dich wie einen Vollversager dastehen. Ging mir damals auch so.

Wie vermeide ich einen Rage Quit?

Pausen. Ganz einfach Pausen. Je stressiger das Spiel, desto öfter solltest Du eine Pause einlegen. Damit breche ich hier mal mit meiner “90-Minuten-Regel”. Nimm es an einen Zusatz zu der Regel. Je stressiger das Spiel, desto öfter musst Du pausieren. Denn ich sage wie es ist: Du kannst nur teilweise etwas für Deinen Rage Quit.

Ja, Du lässt selbst zu, dass sich bei Dir so viel Stress aufbaut, indem Du stundenlang unbeweglich vor dem Bildschirm sitzt. Doch den daraus resultierenden Rage Quit kannst Du nicht unterdrücken, wenn er erst einmal eintritt.

Wie pausieren?

Aktiv und analog. Weg vom Controller, raus aus der Situation und körperliche Bewegung. Das muss kein Sport sein. Es reicht bereits den Müll runter zu bringen. Spülmaschine einräumen. Je stärker gestresst Du Dich von Deinem Spiel fühlst, desto mehr körperliche Bewegung muss her.

Denn Stress ist angestaute Energie, die ausgelebt werden will. Und damit sich die nicht in Form eines durchschlagenen Monitors äußern, mache irgendeine körperlich fordernde Übung.

Was, wenn’s zu spät ist?

Mache es beim nächsten Mal besser. Hör auf Dich dafür zu geißeln, dass Du ausgerastet bist und lass den Ausraster nochmal Revue passieren. Woran hat es gelegen, dass Du ausgerastet bist? Welches Spiel? Wie viele Pausen hast Du gemacht? Was hast Du in den Pausen gemacht? Antworten aufschreiben. Konsequente Lösung aufschreiben und dann beim nächsten Mal besser machen. Ganz einfach.

Was, wenn andere dabei waren?

Sie haben jeden Grund, Dich für verrückt zu halten. Denn Du hast gerade zugelassen, dass Du Dich selbst als völligen Psychopath darstellst. Dass Du die Kontrolle vollständig verloren hast. Wegen einem Spiel. Eltern denken, Du bist krank. Zurecht. Denn das bist Du dann auch. Dein Partner wird sich zumindest unterbewusst die Frage stellen, ob Du Dich später mal unter Kontrolle hast, wenn es um das Thema Kinder geht. Freunde zeigen Dir vielleicht nur den Vogel oder lachen Dich aus. Und alle haben sie Recht.

Ist es das, wie Du gerne gesehen werden möchtest? Ist das die Meinung, die andere von Dir haben sollen? Ist das das Bild, das Du von Dir abgeben möchtest? Wie möchtest Du von Dir selbst denken?

Rage Quit ist die Lösung

Der Rage Quit kann dabei Dein Warum darstellen, mit dem Gaming aufzuhören. Wenn Du gegenüber Dir selbst und gegenüber anderen den Eindruck erwecken möchtest, dass Du die volle Kontrolle über Dein Leben hast, dann nutze den Rage Quit. Vermeide ihn.

Arbeite an Dir und sorge dafür, dass Dich Deine Eltern nicht für süchtig halten, Dein Partner Dich als vertrauenswürdigen Menschen nicht in Frage stellt und Deine Freunde Dich nicht auslachen. Mach mehr aus Dir als nur den Freak!