Gaming ≠ Abschalten

Die Podcast-Episode

Kaum zuhause heißt es “Endlich Feierabend. Jetzt ab vor die Playsie und abschalten.” Dabei hat Gaming rein gar nichts mit Abschalten zu tun. Weder im sprichwörtlichen Sinne noch im weiteren.

Denn erstens schaltest Du ja überhaupt erstmal ein. Hat also wörtlich schonmal nichts mit abschalten zu tun. Darüber hinaus ist Gaming dann auch noch interaktiv; was Dich Energie kostet statt sie Dir zu spenden.

Was bedeutet eigentlich “abschalten”?

Abschalten ist umgangssprachlich und steht für “entspannen” oder “erholen”. Es wird dabei eine Handlung ausgeführt, die Dir Energie zuführt. Neue Energie, die Du dann für neue Herausforderungen aufwenden kannst.

Die Sache mit Deiner Energiereserve

Das ist im Grunde ganz einfach. Verstehe zunächst einmal, dass Du Pausen benötigst. Während des Tages verbrauchen Dein Körper und Dein Geist Deine Energiereserven. Sind die leer, brauchst Du eine Pause. Körper und Geist teilen sich dabei den exakt gleichen Energiepool.

Heißt, wenn Du körperlich mehr ausgelastet bist, hast Du hinterher weniger Energie für die geistigen Aufgaben übrig. Umgekehrt gilt das Ganze natürlich genauso. Was der Grund dafür ist, dass “Kopftätigkeiten” (z.B. Büroarbeit) ebenso schlauchen wie körperliche Tätigkeiten.

Wer einschaltet, kann nicht gleichzeitig abschalten.

Geistiger Stress

Abschalten bedeutet also die Energiereserven wieder aufladen lassen. Gut, hast Du kapiert. Doch wie schaltest Du denn jetzt ab? Na jedenfalls mal nicht indem Du einschaltest. Denn im Vergleich zu passiveren Aktivitäten wie dem Lesen eines Buches oder dem schauen eines Filmes verbrät die interaktive Natur der Computerspiele Deine Energiereserven auf geistiger Ebene. Dein Kopf muss sich bei all dem Multitasking so verausgaben, dass keine Zeit für Entspannung bleibt.

Selbst die simpelsten Aufgaben, das Grinding, erfordert Deine ganze Aufmerksamkeit. Vor allem auch, weil der Durchschnittsgamer ja auch immer nebenher noch anderen Dingen Aufmerksamkeit versucht zukommen zu lassen. Ich sage nur Netflix & Chill. Hab ich doch Recht oder?

Körperlicher Stress

Entspannung und Abschalten bedeutet aber, eine Aktivität durchzuführen, die dem Kopf UND dem Körper eine Verschnaufpause zukommen lässt. Denn ob Du es glaubst oder nicht: Auch Dein Körper schuftet Überstunden beim Gaming.
Die Kurzfassung: Dein Stammhirn kann die Gefahren auf dem Bildschirm nicht von echten unterscheiden. Du unterdrückst den Kampf-/ Fluchtreflex Deines Stammhirnes über Stunden hin bewusst wie unbewusst und Dein Hirn beginnt Deinen Körper im Stresshormon Kortisol zu baden.

Schon mal nach einer endlos langen Gaming-Session aufgestanden und wie tot ins Bett gefallen? Die Bilder des Spieles rasen noch immer vor Deinem geistigen Auge vorbei und Dein Körper ist noch so gar nicht entspannt? Du wälzt Dich noch lange hin und her? Das ist genau das Gegenteil von Abschalten und Entspannung. Und nein, Schlaf ist kein Abschalten. Schlaf ist überlebensnotwenig.

Gaming kostet Dich also Energie und führt sie Dir nicht zu. Gaming ist also das genaue Gegenteil von Abschalten.

Wie also abschalten?

Gaming ist also eine unnatürlich hohe negative Stressanforderung an Körper und Geist. Um abzuschalten brauchen wir also Aktivitäten, die einem Maß an Anstrengung; geistig wie körperlich; entsprechen, das wir ohne große Mühe bewältigen können.
Dazu zählen passive Aktivitäten wie das Lesen eines Romanes oder das Sehen eines Filmes. Beides fordert uns kaum merklich.
Aber auch sportliche wie soziale Ereignisse zählen dazu. Leichtes körperliches Training in jedweder Art oder ein Treffen mit Freunden/ der Familie kann hier sehr hilfreich sein. Der Abend mit dem Partner im Analogen zählt ebenfalls dazu.

Abschalten bei Übermaß

Merke: Der Mensch ist nicht für die konstant hohen Anforderungen des Gamings gemacht. Es geht eine Zeit lang gut, doch irgendwann übernimmt der Stress und es entstehen körperliche wie geistige Krankheiten aus dem übermäßigen Konsum von Computerspielen. Womit ich nochmal deutlich machen möchte: Übermäßiger Konsum. Nicht: Die gelegentliche Runde zwei Mal die Woche.

Wenn Dein Konsum also Überhand nimmt, dann mein sprichwörtlicher Rat: Abschalten!