Die Sache mit dem Dopamin

Die Podcast-Episode

Schonmal Dopamin genommen? Den Stoff, der Dich so richtig antreibt? Den Stoff, nach dem Du so süchtig bist? Denn genau um den geht es hier im Grunde genommen die ganze Zeit.

Wie ich bereits sagte, Computerspiele sind nur das Symptom für ein darunterliegendes Problem. Doch was passiert da eigentlich auf biologischer Ebene mit Dir, wenn Du Computerspiele konsumierst?

Im realen Leben

Die Sache ist ganz einfach. Egal, was Du im Leben tust, beabsichtigst zu tun oder was auch immer Du erwartest, das Dir geschieht – alles sorgt für Dopamin. Genauer gesagt lässt jede Aktivität und jede Wahrnehmung Dein Gehirn Dopamin ausstoßen. Dopamin ist ein Hormon, ein sogenannter Neurotransmitter. Also ein Botenstoff, der dafür sorgt, dass es in Deinem Hirn so richtig klingelt vor Aktivität. Dopamin ist Dein Glücks- oder auch Belohnungshormon.

Bringst Du den Müll runter, stößt Dein Gehirn Dopamin aus. Du isst ein Stück Schokolade und wieder bekommst Du eine Dosis Dopamin. Du hast einen Orgasmus – Jackpot! Denn jede Aktivität lässt Dein Gehirn unterschiedliche Mengen Dopamin ausstoßen. Was gut ist, denn das bedeutet, dass der Sex mit einem anderen Menschen und zuckerhaltiges Essen von der Natur sehr ausgiebig durch Dopamin belohnt werden. Fortpflanzung und Nahrungsaufnahme mit hoher Kaloriendichte – das Überleben der Rasse Mensch ist gesichert.

Im realen Leben ist es jedoch so, dass das Leben Bremsen eingebaut hat, um Dich daran zu hindern so richtig süchtig nach dem Stoff Dopamin zu werden. Im Idealfall schafft es Müll gar nicht erst, Dich anzutreiben, ihn runterzubringen, Essen macht Dich irgendwann mal satt und Sex macht Dich früher oder später so müde und erschöpft, dass so schnell nichts mehr geht. Die Natur bremst Dich aus. Was gut so ist.

Heutzutage

Heute sieht die Sache leider anders aus. Die Droge Dopamin ist allgegenwärtig und wir baden darin. Stark zuckerhaltige Nahrung ist rund um die Uhr verfügbar, für Sex gibts Pornos und dann kommen da noch die wahren Dopaminschleudern wie Smartphone und Computerspiele dazu.

Jeder Klick, jedes Tippen, jeder erlegte Gegner, jeder Pulldown des Browsers auf Deinem Smartphone sorgt dafür, dass Du in Dopamin schwimmst. Warum? Weil auch die Gaming-Industrie bereits die führenden Köpfe der Verhaltensforschung und des Glücksspiels mit ins Boot geholt haben.

Jeder EXP-Balken, jeder Item-Drop, jede Siegesfanfare und jedwede Art der Belohnung wurde bereits so abgestimmt, dass Du gar nicht mehr anders kannst, als es toll zu finden. Belohnungen am laufenden Band und Dein Gehirn freuts. Endlich jede Menge Dopamin. Jetzt wirst Du denken: “Wo ist…”

“…das Problem?”

Das Problem ist die Menge. Du schwimmst also jetzt schon seit Wochen, Monaten und Jahren in Dopamin. Spiele sind der heiße Scheiß und der Rest der Welt kann stinken gehen. Wäre ja auch nur halb so schlimm, wenn da nicht der Verlust anderer Interessen, das öde Real Life und die eigene Depression wären. Die Menge an Dopamin durch Computerspiele ist für Dein Gehirn unnatürlich hoch und zwar auf Dauer.

Du gewöhnst Dich also an dieses konstante Hoch und plötzlich brauchst Du mehr als noch zuvor. Plötzlich kann Dich außer Games nichts mehr vom Stuhl hauen. Weder der Ausflug mit den Eltern, das Treffen mit Freunden und auch nicht der Sex mit dem Partner. Andere Interessen verblassen und irgendwann verlässt Dich sogar die Lust an Spielen. Also am eigenen Stoff.

Dich kann vielleicht noch der Hype um einen neuen Titel mit Begeisterung füllen, doch die Freude über das eigentliche Spiel hält dann nach Erscheinen kaum noch länger als einen Tag, bevor es zur Normalität wird. Der Gewöhnungseffekt tritt ein und auch Spiele reichen Dir nicht mehr aus, Dich noch glücklich zu machen. Du rutschst unweigerlich in eine Depression ab.

Computerspiele = mögl. Depression

Insgesamt logisch. Denn die Menge Dopamin, die Computerspiele Dein Hirn ausstoßen lassen, liegt weit oberhalb dessen, was reale Aktivitäten in der Lage sind zu liefern.

Dass Computerspiele in eine Depression führen können, davon kann ich Dir aus eigener, gelebter Erfahrung ein Lied singen. Keine schöne Sache, wenn Du eines Morgens aufwachst und feststellst, dass nicht mal mehr Spiele Dich noch erfreuen können. Dopamin in Unmengen ist also keine gute Idee.

“Lass nicht zu, dass das Glück Dich kontrolliert. Kontrolliere Dein Glück!”

Ich

Was ist die Lösung?

Kurz und auf den Punkt gebracht: Dopamin-Detox. Mindestens 90 Tage. Habe ich an dieser Stelle bereits ausgeführt: “Wie werde ich eine Gaming Disorder wieder los?”