Die größten Erkenntnisse kommen mir…

…auf der Toilette. Dem war heute Morgen jedenfalls wirklich so. Da las ich in „Show Your Work“, von Austin Kleon, Dinge, die – so simpel und hilfreich sie auch waren – erst fast 40 Jahre meines Lebens brauchten, um mich auf der Morgentoilette zu erreichen. Irre, oder?

Erkenntnis #1

„Möchtest Du ein guter Autor werden, musst Du zuerst ein guter Leser werden.“

Die Idee dahinter ist ganz einfach. Du kannst nur dann ein guter Autor werden, wenn Du selbst Bücher liest, ihre Struktur verstehst, sie analysierst, etliche Heldenreisen mitgemachst, Dich mit ihnen umgibst, von ihnen lernst, Dich von ihnen verzaubern lässt und Du so viele verschiedene Werke liest, um eine eigene Schreibe – „die eigene Stimme“ – zu entwickeln. Oder um es einfach zu machen: Du wirst, womit Du Dich beschäftigst. Wie konnte das so lange an mir vorbeigehen?

Erkenntnis #2

„Teile mit der Welt die Dinge, die Dir wichtig sind und Du wirst die Menschen treffen, denen sie ebenso wichtig sind.“

Als hochsensibler Mensch mit meiner Vergangenheit ist es nicht immer einfach, sich auf Menschen einzulassen. Ganz besonders für mich nicht, habe ich das Gefühl. Das Dilemma, in dem ich stecke: Ich habe keinen einzigen Freund und leide darunter. Gleichzeitig ziehe ich mich aber so sehr zurück, dass niemand auch nur ansatzweise die Chance bekommt, ein solcher für mich zu werden. Weil er in meinem Umfeld nicht zu finden zu sein scheint. Dabei ist die Lösung doch so einfach. Wenn ich nicht teile, was mich beschäftigt, werde ich auch niemanden treffen, der so tickt wie ich. Und für diese Erkenntnis brauchte es wiederum das morgentliche Verlusterlebnis.

Erkenntnis #3

„Ein Kunstwerk spricht eben nicht für sich allein.“

Ich lebe in Zeiten des Internets. Der wohl größten technischen Errungenschaft der Menschheit. Komunikation, Austausch und Verbindung am laufenden Band. Rund um die Uhr, wenn es sein muss. Künstler jeder Schaffensrichtung haben heute nicht nur die Möglichkeit ihr Werk zu präsentieren sondern sogar ihren Schaffensprozess dahinter zu dokumentieren und mit der Welt zu teilen. Denn am Ende interessieren sich die Menschen nicht nur für das Werk selbst, sondern auch für die Geschichte des Menschen dahinter. Dem der das Werk erschaffen hat.
Menschen interessieren sich für Geschichten und Menschen und im Idealfall für die Geschichten anderer Menschen. Ein Gegenstand, ein Werk, ein Produkt erhält einen deutlichen Mehrwert dadurch, dass es die Geschichte dahinter schafft den Besitzer, Betrachter, Konsumenten – also den Menschen – abzuholen und anzusprechen. Oder wie Gary Vaynerchuk zu sagen pflegt:

„Document. Don’t create.“

Konsequenzen?

Doch was sind jetzt die Konsequenzen aus diesen Erkenntnissen? Schließlich nutzen diese Erkenntnisse alle nichts, wenn ich nicht Taten folgen lasse, um meine Situation zu verbessern.

Konsequenz #1

Ich beschäftige mich mit dem, was mich begeistert und zu dem ich irgendwann werden möchte. Ich möchte Geschichten schreiben, fiktional, als Autor/ Schriftsteller. Ich möchte mich selbst als Blogger bezeichnen. Also bleibt nur eines zu tun: Lesen, lesen, lesen. Schreiben, schreiben, schreiben. Bis ich meine eigene Stimme gefunden habe.

Konsequenz #2

Ich sucher mir meinen Weg, meine Interessen mit anderen zu teilen. Der wohl einfachste Weg ist wohl – zumindest für mich derzeit – Twitter. Ob noch andere Plattformen dazukommen, kann ich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht sagen. Doch notwendig ist das aktive Teilen meiner Interessen allemal.

Konsequenz #3

Ich nehme Dich auf die Reise mit. Ich dokumentiere zunächst hier auf meinem Blog. In welchem Detail, in welcher Frequenz und in welchem Umfang kann ich an der Stelle noch nicht beantworten. Doch sicher ist, dass ich mich ersteinmal ausprobieren muss. Ich werde, wie Austin Kleon es vorschlägt, „mein Dasein als Anfänger begeistert annehmen, ausleben und dokumentieren“.