Die 90-Minuten-Regel

Die Podcast-Episode

In meinem Artikel “Wie werde ich eine Gaming Disorder wieder los?” spreche ich ja nun von radikaler Abstinenz vom Thema Gaming, wenn Du das Gefühl hast, Dein Gaming-Verhalten so gar nicht mehr unter Kontrolle zu haben.

Doch genauso wenig wie überall sonst im Leben gibt es ja nicht nur Schwarz und Weiß sondern eben auch eine Fülle an spektralen Breitengraden dazwischen. Was also machen, wenn Du doch sonst soweit alles unter Kontrolle hast, Du aber gerne trotzdem für eine Zeit lang auf die Bremse treten möchtest? Was wenn z.B. Prüfungen anstehen und Du einfach so einen Gang zurückschalten möchtest? Wie machst Du das am besten?

90min ftw!

90min, danach versackt Deine Aufmerksamkeit im Nichts und es bleibt nichts übrig von, was Du in den 90min erlebt hast. Es hat immerhin einen Grund, warum Schulen spätestens alle 90min eine viertel Stunde Pause einbauen. Denn der menschliche Verstand kann sich nicht unendlich lange konzentrieren.

Deshalb lege Dir feste Zeiten in Deinen Kalender. Blöcke von jeweils 90min Dauer. Maximal. Echte Gamer setzen sich sogar noch kürzere Zeitblöcke, weil für sie das Spielerlebnis möglichst lange im Gedächtnis bleiben soll. Die Regeln sehen wie folgt aus:

  • Idealfall: 45min Spiel, 5min Pause (= 1 Intervall)
    In diesem Fall solltest Du nach dem zweiten Intervall mindestens weitere 15min pausieren.
  • Maximimum: 90min Spiel, 15min Pause
    Hierbei ist die Pause deutlich länger, denn Du beanspruchst auch Deine Konzentrationsfähigkeit über Gebühr.

Die maximale Spielzeit pro Tag sollte ohnehin die 90min nicht überschreiten, wenn Du gewährleisten möchtest, nicht auch andere Lebensbereiche in Mitleidenschaft zu ziehen.

Vor allem weil Gaming keine Entspannung für Deinen Kopf darstellt, da es eine aktive Teilnahme Deines Kopfes voraussetzt. Ganz im Gegensatz zu Büchern oder Filmen. Was bedeutet, dass Du Gaming tunlichst nicht vor die Klausur oder andere wichtigere Aufgaben setzen solltest, denn damit sabotierst Du Deinen Kopf und damit Deine Leistungsfähigkeit. Du ermüdest Deinen Kopf vorab also schonmal.

Ein Teil Deines Lebens, nicht: Dein Leben

Denke immer dran: Gaming darf gerne als Teil Deines Lebens fungieren; als Flucht vor dem Alltag; so wie es Dir Bücher, Filme und Musik ebenfalls ermöglichen dem Alltag zu entfliehen. Doch sie dürfen nicht den Hauptteil Deines Alltags ausmachen.

Sich zunächst zeitlich zu limitieren kann also eine sehr wirksame Methode sein, das eigene Verhalten wieder in den Griff zu bekommen. Doch denk auch immer dran, dass Du eine geeignete Aufgabe hast, die es zu erfüllen gilt oder eine Alternative, die das Loch Gaming adäquat ersetzen kann. Hier geht es zu den Alternativen:

Alternativen finden, statt verzweifeln