Wunderbares Medium Computerspiel

Ja, Spiele machen abhängig. Spiele lassen Dein Hirn Dopamin ausstoßen. Doch sind es jetzt die Spiele, die Dich gewaltsam abhängig machen oder bist Du es, der die Sucht überhaupt erst zulässt?

Das Ding mit der Eigenverantwortung

Eigenverantwortung. Das ist so ein Wort, das meist eher negativ behaftet ist. Denn das bedeutet meist, dass Du ja selbst Schuld an etwas bist. Und keiner möchte sich gerne sagen lassen, dass er der Schuldige ist. Eigenverantwortung, wenn sie uns eigene Gesicht geschmiert wird, riecht immer streng und wird als sehr unangenehm wahrgenommen.

Dabei ist Eigenverantwortung ein ganz wunderbarer Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt und gleichzeitig der eine Hinweis, den Du brauchst, um die Lösung dafür zu finden.

Spiele sind nicht böse

Spiele sind nämlich gar nicht das Problem. Im Gegenteil. Spiele sind nur Spiele. Ja, manche davon werden absichtlich so programmiert, dass Du wie an einer Nadel hängen bleibst. Doch grundsätzlich sind Spiele erstmal nicht das Problem. Denn kein Spiel der Welt hat die Macht, Dich zum Spielen zu zwingen. Dafür entscheid st Du Dich ganz allein.

Spiele sind ein wunderbares Medium

Spiele können Geschichten auf eine Art und Weise transportieren wie es sonst kein Medium kann. Spiele erzeugen Emotionen, die tiefer gehen als ein bloßer Film. Die Interaktivität von Computerspielen verlangt von Dir aktive Teilhabe am Spielgeschehen und einiger der besten Geschichten aller Zeiten würden für Computerspiele geschrieben. Ich sage nur: Spec Ops: The Line, BioShock oder Metal Gear Solid. Für alle diejenigen, denen diese Titel nichts sagen: Nachholen!

An alle Eltern, die das hier jetzt vielleicht lesen sollten: Ja, richtig, der Coach empfiehlt Computerspiele nachzuholen. Denn was viele vermutlich häufig vergessen: Es geht mir hier nicht darum ein durchaus brauchbares Medium über einen Kamm hinweg in den Boden zu treten. Ganz im Gegenteil. Mir ist es vor allem wichtig, den verantwortungsvollen Umgang zu vermitteln. Dazu braucht es aber einen sehr differenzierten Blick auf das Problem mit allen seinen Aspekten.

Computerspiele können nämlich in einer Vielzahl der Fälle ein sehr unterhaltsames, soziales, zielgerichtetes und teambasiertes kooperatives oder auch kompetitives Medium darstellen. Als Hobby mit dem richtigen Umgang in Verbindung gebracht können die Inhalte von Computerspiele in vielen Fällen deutlich mehr vermitteln als es Filme oder Bücher jemals könnten.
Es gibt Spiele, in denen Entwickler den Verlust ihres kleinen Kindes an eine Krebskrankheit verarbeiten. Wiederum andere lassen den Spieler sich tiefer mit den psychischen Auswirkungen erlebter Kampfhandlungen auseinandersetzen.

Spiele wie Minecraft fördern zum Beispiel Kreativität, indem sie dem Spieler eine frei erkundbare Welt zur Verfügung stellen, in der der Spieler sich frei austoben kann. Ein Spiel wie das relativ junge Dreams auf der PlayStation 4 gibt Deinem Kind die Möglichkeit selbst ein völlig eigenes Computerspiel im Spiel zu erstellen und fördert damit die grundlegenden Kenntnisse und das technische Verständnis über die Mechaniken der Spielentwicklung.

Spiele sind darüber hinaus gekommen, um zu bleiben und egal wie sehr es sich manches Elternteil oder mancher Partner wünschen mag: Sie werden nicht verschwinden. Und das ist, aus meiner langjährigen Erfahrung, eine gute Sache. Denn Spiele sind nicht der Teufel. Spiele sind ein wahrhaft wunderbares Medium.