Welcher Mensch möchte ich werden?

Welcher Mensch möchte ich jetzt sein? Oder präziser ausgedrückt: Welcher Mensch möchte ich werden? Für mich hat ein zweites Leben begonnen. Passend zur Mitte meines Lebens hin, finde ich einen Weg heraus aus meinem verlebten Dasein als dopaminabhängiger, ewiger Junggeselle und hin in ein Leben als liebender und geliebter Ehemann und hoffentlich bald Vater. Ich hatte acht Jahre Zeit, mich innerlich aufzuarbeiten, mich zu erkennen und zu einem besseren Leben zu finden.

Jetzt steht ein neues Leben in den Startlöchern und möchte bald von mir wissen, wie die Welt funktioniert. Es wird sich an mir orientieren, mich zum Vorbild nehmen und sich meiner Lebenserfahrung folgend auf mich verlassen. Welcher Mensch möchte ich also jetzt werden, an dem sich mein zukünftiges Kind orientieren kann?

Es gibt immernoch genug Baustellen, an denen es sich derzeit für mich lohnt die Schaufel in die Hand zu nehmen.

Ich bin nach wie vor zu sehr mit den Neuigkeiten aus aller Welt im Internet behaftet. Auch wenn sämtliche Social Media Plattformen bereits vor einigen Jahren aus meinem wie auch dem Leben meiner Frau verbannt wurden. Dennoch verbringe ich zuviel Zeit mit sinnlosem Surfen im Netz.

Körperlich liegt derzeit so einiges im Argen. Ich bin hypermobil. Das heißt meine Gelenke geben durch eine zu hohe Elastizität der Sehnen und Bänder zuviel Beweglichkeit her, was zu schmerzhaften Folgeerscheinungen führt, wenn ich mich nicht entsprechend trainiere.
Der krumme Rücken macht es da zusätzlich notwendig endlich wieder Fahrt aufzunehmen, möchte ich auch in zukünftigen Jahren kraftvoll zubeißen noch zuverlässig für meine Familie da sein können.
Ich darf es nur nicht wieder übertreiben, da mir meine Hochsensibilität sonst wieder dazwischengrätscht. Ich muss noch immer lernen, vorsichtiger mit meinen Ressourcen umzugehen. Nicht leicht, nachdem ich es 35 Jahre lang vollkommen falsch angegangen bin.

Auf Seiten der Ernährung stünde mir mit Sicherheit weniger Zucker gut zu Gesicht, auch wenn ich jedem, der mir eine Tafel Ritter-Sport Alpenmilch mitbringt, nach wie vor die Füße küsse.

Und das sind jetzt nur drei Probleme, die ich gerne in den Griff bekommen möchte, bis der oder die Kleine in den kommenden Monaten das Licht der Welt erblickt. Egal wie ich jedoch drehe und wende, ich muss zu einem anderen Menschen werden. Fernab des Menschen, der ich in der ersten Lebenshälfte war. Und das obwohl ich mich schon einmal habe vollständig auf links drehen müssen, um mein Leben nach Sucht und Einsamkeit in den Griff zu bekommen. 

Ich bin gespannt wie sich mein neues Leben jetzt entwickelt.