Meine Morgenroutine

Meine Morgenroutine hat sich so ergeben. Ich würde ja gerne sagen es wäre ein heldenhafter Griff in die Trickkiste der Persönlichkeitsentwicklung gewesen oder der gekonnte Einsatz von harter Disziplin und Willensstärke. Doch meine Morgenroutine entstand aus einem glücklichen Zusammentreffen der beiden Begriffe „Ausprobieren“ und „Zufall“.

Meine Morgenroutine sieht wie folgt aus: Es spielt grundsätzlich keine Rolle, ob meine Frau erst aus dem Haus ist oder ob ich mich an freien Tagen aus ihrem Kuschelgriff gelöst habe, die Routine selbst ist immer die Gleiche. In aller Regel zuerst den Tee kochen. Dann der Toilettengang. Danach ist der Tee im Grunde gut gezogen. Also Teebeutel raus, Tasse stehen lassen und rein ins Wohnzimmer für 30min Meditation des Atems oder der Stille. Im Anschluss Tee her, an den Tisch bei Stift und Papier (und Kerzenlicht, falls es noch dunkel sein sollte) und sämtliche Gedanken zu Papier gebracht, die so im Kopf umherschwirren.

Dauert meist alles in allem etwa eine Stunde und das Ergebnis ist stets dasselbe: In mir herrscht Ruhe und ich bin voll da für den Tag und dem, was mich erwartet.

Zur Meditation bin ich, genau wie zum Schreiben, durch Zufall gekommen. Zugegeben, geschrieben habe ich schon mein ganzes Leben lang gerne – vor allem handschriftlich – doch zum Meditieren kam ich durch meine Suche nach mir selbst und meinem Weg meine Süchte hinter mir zu lassen. In den ersten Jahren war das Meditieren nie regelmäßig Bestandteil meines Alltages. Heute meditiere ich fast täglich, weil ich über die Zeit gemerkt habe, welch immens positiven Einfluss es auf meine innere wie äußere Welt hat.

Gleichzeitig entdeckte ich das Schreiben ebenfalls als eine Art meditativer Aktivität, mit der ich es schaffe, mir den Kopf freizubekommen. Eine Tasse Tee und ein beschriebenes Blatt später kann der Tag dann beginnen und ich stehe größtenteils in meiner Kraft. Wenn da nicht noch die genannten Baustellen aus meinem letzten Artikel wären. Doch dazu gibt’s sicher bald mehr zu berichten.