Entscheide Dich mal

Warum tun wir uns mit den Entscheidungen unseres Lebens, den Großen wie den Kleinen, so schwer? Das geht bei der Entscheidung für oder wider das richtige Smartphone los und endet in einem unüberschaubaren Wust an an Möglichkeiten und der daraus resultierenden Lähmung uns überhaupt entscheiden zu können. Gott bewahre wenn es sich dann noch um eine Frage der Sucht oder einer Solchen, in die wir uns emotional verstrickt fühlen. Aber ist das wirklich so schwer oder haben wir nur einfach nicht gelernt, unser Handeln bewusst einzuordnen?

Stell Dir vor es ist Sonntag Abend und Du stehst vor der Entscheidung, Dich nochmal vor den PC zu setzen oder einfach mal früher ins Bett zu gehen. Morgen steht wieder ein ganz normaler Tag auf der Arbeit/ in der Schule/ in der Uni an. Wie entscheidest Du Dich? Der Sucht nachgeben oder nicht? Entscheidest Du Doch überhaupt bewusst oder ist es bei Dir bereits Automatismus? Ist es bereits zur Gewohnheit geworden, Dich jeden Sonntag trotzdem nochmal vor den PC zu schmeißen und Dich dann weiterhin wundern, warum Du nicht aus Deiner Sucht herauskommst? Die Lösung des Problems, ob Du jetzt noch spielst oder nicht liegt ganz allein in Deinem Ziel und Deinem Handeln begründet.

Ob Du eine Sucht los wirst oder nicht hat vor allem damit zu tun, dass Du die richtigen Handlungen zur richtigen Zeit durchführst. Sind Sie Deinem Ziel dienlich, kommst Du voran. Sind sie das nicht, dann bleibt alles beim Alten oder verschlechtert sich gar wieder. Was also tun?

Wichtig ist hier vor allem, dass Du Dir überhaupt erstmal bewusst wirst, dass Du jetzt, an diesem Sonntag Abend, eine Entscheidung treffen kannst. Glückwunsch, denn bisher warst Du Dir dessen vielleicht noch gar nicht bewusst. Zu wissen, dass Du jederzeit die Möglichkeit hast, die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn Du sie nur erkennst, hilft schonmal ungemein weiter. Denn mit jedem Mal, dass Du eine solche Möglichkeit erkennst, lernst Du mehr über Dich und vor allem: Warum Du so handelst.

Schritt 1 ist also das Erkennen der Handlungsmöglichkeit.

Schritt zwei dreht sich um das benennen der Konsequenzen, die aus Deinem Handeln entstehen können. Spielst Du heute Abend, dann gehst Du später ins Bett als gewollt, bist Morgen unausgeschlafen und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Du auch morgen Abend wieder vor dem PC sitzt – Du also wieder schlechte Entscheidungen triffst. Entscheidest Du Dich hingegen dafür lieber früher zu Bett zu gehen, bist Du morgen ausgeschlafener, kannst dadurch bessere Folgeentscheidungen treffen und läufst wesentlich weniger Gefahr auch morgen Abend wieder vor dem Rechner zu sitzen. Damit machst Du einen deutlichen Schritt auf Dein Ziel zu, keine Zeit mehr mit Games zu verschwenden. Und nicht nur das. Es steigt außerdem die Wahrscheinlichkeit, dass Du auch im Laufe des morgigen Tages die besseren Entscheidungen hinsichtlich Körperpflege oder Ernährung triffst, was wiederum Deine Bemühen Ex-Gamer zu werden, unterstützt.

Bleibt jetzt nur noch Schritt 3, Dein Handeln bewusst zu ändern. Zugegeben, sitzt Du ersteinmal vor dem Rechner, braucht es eine Menge Willenskraft, um Dich davon wegzubewegen, aber zum Thema Willenskraft kommen wir zu einer anderen Zeit auch nochmal.

Jetzt sitzt Du jedenfalls wieder, an einem Sonntag Abend, vor Deinem Rechner und hast die beiden Optionen: Entscheidest Du Dich für die Sucht oder dafür, endlich was zu ändern? Du kennst Deine Optionen, Du kennst die Konsequenzen, jetzt musst Du nur noch die richtige von beiden Optionen wählen. Verhalten erkennen, Konsequenzen benennen, Verhalten ändern. So einfach ist das. Und jetzt bist Du dran. Viel Erfolg!